Das Mädchen

nennt sich hier
Mina

ist
achtzehn,
sensibel,
verrückt,
eine Sammlerin,
kreativ,
und poetisch.


ist süchtig nach
Harmonie,
Kontrolle,
und ihm.

mag
Sauerkirschmarmelade,
Muffins,
Schnee
und Erinnerungen.

mag nicht
Schneematsche,
Uneinigkeiten,
Streit
und früh aufstehen.


Die Gedanken

sprudeln einfach aus ihr heraus,
sind häufig wirr und durcheinander,
nicht immer verständlich
und ihr selbst oft genug ein Rätsel.

 

Die Geschichte in Stichpunkten

- mit 13 hat sie ihre ersten depressiven Phasen
- sie fühlt sich wertlos, ignoriert und nicht geliebt
- mit 15 fängt sie an, sich zu selbst zu verletzen
- sie wird süchtig danach, denn es löst ihre inneren Spannungen
- gleichzeitig hasst sie sich wenn sie es tut
- ein Teufelskreislauf beginnt
- sie bekommt Depressionen und Suizidgedanken
- um sich selbst etwas zu beweisen, nimmt sie auf 45kg ab
- es gefällt ihr. Sie gefällt sich. Endlich.
- als sie wieder 5kg zunimmt, fühlt sie sich zu fett
- sie nimmt wieder ab, das Gewicht schwankt ständig
- sie isst wenig, versucht ständig neue Diäten
- ihre Gedanken werden von Essen beherrscht
- als sie 16 ist, entdeckt eine Ärztin die Narben, ihre Eltern erfahren davon
- Zack ist sie in Therapie
- die Therapeutin diagnostiziert "Atypische Anorexia Nervosa" (F50.1 ) und eine "depressive Störung" (F33.1 )
- 3 Monate vor ihrem 17. Geburstag kommt sie in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie
- es gefällt ihr dort, weil sie sich mit den anderen Jugendlichen super versteht
- die Therapie mag sie allerdings nicht, doch sie spielt das Spiel mit
- die Therapien schlagen nicht an, sie ritzt sich weiter, fängt mit Rauchen an
- sie nimmt bloß zu, hasst sich
- irgendwann hat sie keine Lust mehr, wird am 30.12.2008 entlassen
- am 31.12. kommt sie ins Krankenhaus wegen einer Alkoholvergiftung, Silvester hat sie nicht mehr mitbekommen
- sie wird 17
- das Jahr zieht an ihr vorbei
- in der Schule wird sie schlechter
- sagt im Unterricht fast überhaupt nichts mehr
- aber es geht ihr stimmungmäßig besser
- im Sommer wird sie wegen ihrer Narben angemacht ("IIh, die ritzt sich" )
- sie trägt die Narben jetzt offen, versteckt sie nicht mehr krampfhaft
- im Herbst schenkt sie mit einer Freundin auf einem Geburtstag aus
- ER ist auch da, obwohl sie das an dem Tag noch nicht weiß
- ein paar Tage später schreibt er sie an
- sie schreiben SMS und chatten
- sie verabreden sich, gehen ins Kino
- er fährt sie nach Hause und sie küssen sich
- sie ist überglücklich, läuft wie auf Watte
- sie gehen wieder ins Kino und küssen sich ebenfalls wieder
- sie fragt ihn und er sagt "Ja!", sie sind zusammen
- sie ist so verliebt, so glücklich
- und dennoch schleichen sich die Zweifel immer wieder in ihren Kopf
- "Bin ich gut genug?"
- er fängt an zu studieren, sie sehen sich nur am Wochenende
- sie ist so glücklich, wenn er da ist, wenn sie sich küssen, berühren, lieben
- sie besteht ihren Führerschein und ist froh
- sie bekommt ihr Zeugnis, es ist schlecht und sie ist wütend
- sie überlegt, die Schule abzubrechen, aber was dann?
- dieses Jahr erlebt sie Silvester nüchtern. Mit ihm.




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